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GRUB Bootloader

(Version 2.04 unter Linux Mint 20.2)

Der Bootloader GRUB erscheint beim Hochfahren eines Rechners und stellt vor der eigentlichen Anmeldung eine Liste zur Verfügung, über die ein Betriebssystem im normalen oder abgesicherten Modus (recovery) gestartet werden kann. Sind mehrere Betriebssysteme vorhanden, so können diese ebenfalls über die Liste ausgewählt werden.

Bootloader-Menü verbergen bzw. anzeigen

Möchte man die Auswahlliste des Bootloaders beim Hochfahren des Rechners nicht angezeigt bekommen, so kann man diese Einstellung ebenfalls in der Datei /etc/default/grub vornehmen. Möchte man GRUB dennoch nutzen (beispielsweise, um einen anderen Kernel auszuwählen), muss man dann während des Bootvorgangs die -Taste drücken, um GRUB trotz der Deaktivierung anzuzeigen.

sudo xed /etc/default/grub

Hier ändert man den Wert der Variable GRUB_TIMEOUT_STYLE auf hidden:

Code kopieren
  1. GRUB_DEFAULT=0
  2. GRUB_TIMEOUT_STYLE=hidden
  3. GRUB_TIMEOUT=0
  4. GRUB_DISTRIBUTOR=`lsb_release -i -s 2> /dev/null || echo Debian`
  5. GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet splash"
  6. GRUB_CMDLINE_LINUX=""

Dann die Datei speichern und schließen. Folgender Befehl muss nach jeder Änderung der Konfiguration ausgeführt werden, um sie zu aktivieren:

sudo update-grub

Anschließend den Rechner neu starten.

Um das Menü wieder anzuzeigen, einfach GRUB_TIMEOUT_STYLE wieder auf menu setzen. Über die Variable GRUB_TIMEOUT kann die Zeit festgelegt werden, die das Menü auf eine Auswahl wartet, bevor der erste Menüpunkt automatisch gebootet wird (in diesem Fall 10 Sekunden).

Code kopieren
  1. GRUB_DEFAULT=0
  2. GRUB_TIMEOUT_STYLE=menu
  3. GRUB_TIMEOUT=10
  4. GRUB_DISTRIBUTOR=`lsb_release -i -s 2> /dev/null || echo Debian`
  5. GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet splash"
  6. GRUB_CMDLINE_LINUX=""

Kernel-Meldungen anzeigen

Um während des Bootvorgangs Kernel-Meldungen anzuzeigen, wird folgende Zeile geändert:

Code kopieren
  1. GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="noplymouth nosplash"

Hintergrundbild ändern

GRUB wird von Hause aus sehr simpel dargestellt. Möchte man ihn durch ein Hintergrundbild aufhübschen, so muss man zunächst die unterstützten Bildgrößen ermitteln. Diese erfährt man, indem man im Menü des Bootmanagers die Taste C drückt und in der daraufhin erscheinenden Konsole videoinfo eingibt. Es erscheint eine Liste der unterstützten Bildschirmauflösungen. Eine Zeile sieht hier z. B. so aus:

0x11b: 1280 x 1024 x 32 Direct

Daraus kann nun abgeleitet werden, dass ein Bild mit der Auflösung von 1280 × 1024 Bildpunkten für das GRUB-Hintergrundbild geeignet ist. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass nicht nur das Hintergrundbild, sondern auch die Größe des Bootmenüs der gewählten Auflösung entsprechend skaliert wird. Wenn einem das Bootmenü zu klein erscheint, ist es daher unter Umständen sinnvoller eine geringere Auflösung zu wählen.

Nun kehrt man mit Esc zum Bootmenü zurück und wählt Linux Mint.
Mit sudo xed /etc/default/grub öffnet man die Konfigurationsdatei von GRUB und ändert die Zeile

#GRUB_GFXMODE=640x480 dem Beispiel entsprechend in GRUB_GFXMODE=1280x1024 (ohne #-Zeichen!).

Das gewünschte Bild wird mit einem Bildbearbeitungsprogramm nun gegebenenfalls noch auf die notwendige Größe skaliert und als png-Grafik unter dem Namen moreblue-orbit-grub.png mit Rootrechten (sudo nemo) in das Verzeichnis /boot/grub kopiert.

Jetzt kann man noch die Schriftfarben des Bootmenüs anpassen. Dazu öffnet man folgende Datei:

sudo xed /etc/grub.d/40_custom

Diese Datei ergänzt man nun um folgende Zeilen:

Code kopieren
  1. set menu_color_normal=black/black
  2. set menu_color_highlight=white/green
  3. set color_normal=black/black

Dabei gelten folgende Variablen:

set menu_color_normal (Standard-Farben)
set menu_color_highlight (Farben des ausgewählten Listeneintrag)
set color_normal (Farbe der Texte außerhalb des Menüs)

Die erste Farbe ist die Schriftfarbe und die zweite Farbe die des Hintergrundes, wobei black für den Hintergrund verwirrenderweise für transparent steht. Mögliche Werte sind:

black, white,
brown, yellow,
dark-gray, light-gray,
red, light-red,
blue, light-blue,
green, light-green,
cyan, light-cyan,
magenta, light-magenta

Die geänderte Datei wird gespeichert und geschlossen. Abschließend aktualisiert man die Konfiguration:

sudo update-grub

Nach einem Neustart sollte das Hintergrundbild nun in GRUB angezeigt werden.

GRUB erneut installieren

Falls GRUB nicht mehr ordentlich funktioniert und sich auch nicht reparieren lässt, kann der Bootloader mit folgenden Befehlen einfach neu installiert werden, wobei /dev/sda das Laufwerk angibt, auf dem GRUB installiert wird, was unter Umständen anzupassen ist.

sudo update-grub && sudo grub-install /dev/sda

Grub Customizer (PPA)

Der Grub Customizer ist ein grafisches Frontend für die Konfiguration von GRUB. Es lässt sich über ein PPA installieren:

sudo add-apt-repository ppa:danielrichter2007/grub-customizer
sudo apt-get update
sudo apt-get install grub-customizer

Installation per apturl symbol: question

Anschließend steht es über Systemwerkzeuge ► Grub Customizer zur Verfügung.

Quelle: OMG! Ubuntu!