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Konfiguration von Linux Mint #

(Linux Mint Debian Edition)

Übersicht
Grafikfehler bei Intel i915-Treiber beheben
Treiber für Afatech DVB-T-Stick installieren
Individuelle DNS-Server verwenden
Multimedia-Codecs nachinstallieren
Erscheinungsbild ändern
Weitere Bildschirmschoner hinzufügen
Standard-Browser festlegen
Externe Medien automatisch mounten
Automatischer Login beim Hochfahren
Abgestürzte Programme beenden
Neu anmelden bei Systemabsturz
Icons für ›Rechner‹ und ›Persönlicher Ordner‹
   auf dem Desktop entfernen

Fenster einrollen bei Doppelklick auf Titelleiste
Thema des Anmeldebildschirms ändern
System-Beep bei An- und Abmeldung abstellen
MintMenu bearbeiten
›Bereitschaft‹ oder ›Ruhezustand‹?
Festplattenpartitionen dauerhaft ein-/aushängen
Alte Kernel deinstallieren

Auf dieser Seite befindet sich eine lose Sammlung von Möglichkeiten, Linux Mint zu konfigurieren, sowie ein paar nützliche Tipps und Tricks, die die Verwendung des Betriebssystems vereinfachen können. Die Grundlagen des Betriebssystems werden an dieser Stelle nicht beschrieben.

Eine zentrale Oberfläche für diverse Konfigurations­möglichkeiten findet man unter
✸ Menu ► System ► Steuerzentrale.

Eine Auswahl von häufig verwendeten Programmen für Linux findet man hier: Software

Grafikfehler bei Intel i915-Treiber beheben #

Falls auf einem Rechner mit Intel-Grafikkarte, für die der i915-Treiber verwendet wird, Grafikfehler in der Form auftreten, dass in diversen Anwendungen Hintergrundgrafiken und Icons verschwinden oder durch schwarze Bereiche ersetzt werden, so liegt das vermutlich an der Beschleunigungsmethode UXA. Diese muss nach SNA geändert werden.

Informationen zur Grafikkarte erhält man über inxi -Gx, Informationen zu geladenen Kernelmodulen (Treibern) über lsmod.

Um die Beschleunigungsmethode zu ändern erzeugt man folgende Datei:

gksudo pluma /usr/share/X11/xorg.conf.d/20-intel.conf

Dort gibt man diesen Code ein, speichert die Datei und startet den Rechner neu.

Quelltext auswählen
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3
4
5
Section "Device"
   Identifier  "Intel Graphics"
   Driver      "intel"
   Option      "AccelMethod"  "sna"
EndSection

Treiber für Afatech DVB-T-Stick installieren #

Leider bietet das Paket firmware-linux-nonfree Version 0.43 keine Unterstützung für den Afatech AF9015 DVB-T-Stick. Daher muss man sich den Treiber von otit.fi herunterladen und nach /lib/firmware kopieren:

sudo wget http://www.otit.fi/~crope/v4l-dvb/af9015/af9015_firmware_cutter/firmware_files/4.95.0/dvb-usb-af9015.fw -P /lib/firmware

Um DVB-T empfangen zu können, benötigen geeignete Clients wie beispielsweise der VLC Mediaplayer außerdem eine aktuelle channels.conf-Datei, in der die verfügbaren Sender aufgeführt sind. Diese Datei lässt sich mit dem Terminalwerkzeug w_scan erstellen, das über folgendes Paket installiert werden kann:

sudo apt-get install w-scan

Installation per apturl symbol: question

Beispiel (nur DVB-T Fernsehsender für Deutschland für VLC):

w_scan -ft -cDE -R0 -X >> channels.conf

Zur Verwendung von w_scan siehe das UbuntuUsers-Wiki.

Individuelle DNS-Server verwenden #

Möchte man statt der vom Internet-Provider vorgegebenen DNS-Server eigene verwenden, dann wählt man ✸ Menu ► Einstellungen ► Netzwerkverbindungen. In der Liste der verfügbaren Verbindungen markiert man die gewünschte Verbindung (z. B. Kabelgebunden/Ethernet ► Wired connection 1) und klickt dann auf Bearbeiten …. In dem folgenden Dialog wählt man unter dem Reiter ›IPv4-Einstellungen‹ die Methode ›Automatisch (DHCP), nur Adressen‹ und gibt dann in dem Formularfeld ›DNS-Server‹ die IP-Adressen verschiedener alternativer DNS-Server ein (mit Komma getrennt), z. B.:

78.138.102.67, 62.141.38.230

Die Änderung bestätigt man dann durch Klick auf Speichern …. Den Dialog der Netzwerkverbindungen kann man jetzt wieder schließen. Um die neue Einstellung nutzen zu können muss man den Rechner gegebenenfalls neu booten.

Eine Auswahl alternativer DNS-Server findet man z. B. hier:

OpenNIC (78.138.102.67, 62.141.38.230)
Chaos Computer Club (213.73.91.35)
Digitalcourage (85.214.20.141)
provider-stoerung.de

Multimedia-Codecs nachinstallieren #

Grundsätzlich ist die Unterstützung für viele Medienformate sowie für Flash, Java und verschlüsselte DVDs in Linux Mint vorinstalliert. Eine Vielzahl von Codecs wird über das Metapaket mint-meta-debian-codecs bereitgestellt. Dies entspricht ungefähr dem unter Ubuntu verwendeten Metapaket ubuntu-restricted-extras.

Für die Wiedergabe bzw. Kodierung bestimmter Multimediaformate werden eventuell dennoch spezielle Codecs benötigt, die nachinstalliert werden müssen.

Folgende Pakete sind hier von Bedeutung:

Paket Installiert
gstreamer0.10-alsa
gstreamer0.10-ffmpeg
gstreamer0.10-plugins-base
gstreamer0.10-plugins-bad
gstreamer0.10-plugins-ugly
gstreamer1.0-libav
gstreamer1.0-plugins-bad
gstreamer1.0-plugins-ugly
libavcodec56
libavformat56
libswscale3
libmp3lame0
libdvdread4
gstreamer0.10-fluendo-mp3
gstreamer1.0-fluendo-mp3
libmp4v2-2
libpostproc52
lame
libquicktime2

Diese Pakete können bei Bedarf hier nachinstalliert werden:

sudo apt-get install mint-meta-debian-codecs gstreamer0.10-alsa gstreamer0.10-ffmpeg gstreamer0.10-plugins-base gstreamer0.10-plugins-bad gstreamer0.10-plugins-ugly gstreamer1.0-libav gstreamer1.0-plugins-bad gstreamer1.0-plugins-ugly libavcodec56 libavformat56 libswscale3 libmp3lame0 libdvdread4

Installation per apturl symbol: question

sudo apt-get install gstreamer0.10-fluendo-mp3 gstreamer1.0-fluendo-mp3 libmp4v2-2 libpostproc52 lame libquicktime2

Installation per apturl symbol: question

Weitere Informationen hierzu findet man im UbuntuUsers-Wiki.

Erscheinungsbild ändern #

Das Erscheinungsbild der Desktopumgebung kann über ✸ Menu ► Steuerzentrale ► Persönlich ► Erscheinungsbild bzw. ✸ Menu ► Anwendungen ► Einstellungen ► Erscheinungsbild geändert werden.

Über den Reiter Thema lässt sich das Thema des Desktops auswählen (z. B. Shiki-Wise).

Durch Klick auf Anpassen … können folgende Details angepasst werden:

• Fensterinhalt (z. B. Mint-X)
• Farben
• Fensterrahmen (z. B. Shiki-Colors-Metacity)
• Symbole (z. B. GNOME-Wise)
• Zeiger (z. B. MATE)

Es empfiehlt sich, ein selbst konfiguriertes Thema über den Button Speichern unter … zu speichern, um es bei Bedarf wieder laden zu können.

Darüber hinaus können das Desktop-Hintergrundbild sowie die Systemschriftarten über den entsprechenden Reiter angepasst werden.

Weitere Bildschirmschoner hinzufügen #

Die Mate Desktopumgebung bietet unter ✸ Menu ► Anwendungen ► Einstellungen ► Bildschirmschoner lediglich eine kleine Auswahl an Bildschirmschonern. Weitere Bildschirmschoner können folgendermaßen hinzugefügt werden:

sudo apt-get install xscreensaver-data-extra xscreensaver-gl-extra rss-glx

Installation per apturl symbol: question

cd /usr/share/applications/screensavers
find . -name '*.desktop' | sudo xargs sed -i 's/OnlyShowIn=GNOME;/OnlyShowIn=GNOME;MATE;/'

Quelle: greyblake.com

Falls ein Bildschirmschoner den Rechner zum Absturz bringen sollte, kann dieser über den dconf-Editor unter /org/mate/screensaver/themes zurückgesetzt werden. Oder direkt im Terminal:

gsettings reset org.mate.screensaver themes

Entsprechend lässt das Bildschirmschoner-Thema auch über das Terminal einstellen. Beispiel:

gsettings set org.mate.screensaver themes "['screensavers-glmatrix']"

Standard-Browser festlegen #

Obwohl bei mir unter ✸ Menu ► Anwendungen ► Einstellungen ► Bevorzugte Anwendungen Firefox als Standard-Browser eingestellt ist, wurde regelmäßig Opera geöffnet, wenn ich beispielsweise einen Link in einer E-Mail in Thunderbird angeklickt habe. Mit folgendem Befehl kann man sich die Priorität einzelner Alternativ-Anwendungen anzeigen lassen:

update-alternatives --display x-www-browser

Um hier eine Änderung vorzunehmen, gibt man folgenden Befehl ein:

sudo update-alternatives --config x-www-browser

Siehe auch: debiananwenderhandbuch.de

Externe Medien automatisch mounten #

Externe Medien wie CDs, DVDs, USB-Flashdrives und Speicherkarten werden mitunter nicht automatisch ins Dateisystem eingebunden. Um das zu erreichen kann man zunächst folgendes Paket installieren:

sudo apt-get install udisks-glue

Installation per apturl symbol: question

Anschließend fügt man den Befehl udisks-glue zu den Startprogrammen hinzu. Wird der Rechner nun neu gestartet, sollten externe Medien automatisch gemountet werden.

Automatischer Login beim Hochfahren #

Normalerweise muss man sich nach dem Hochfahren des Rechners erst als Benutzer anmelden. Wird der Rechner von verschiedenen Benutzern verwendet, ist das eine sinnvolle und notwendige Sicherheitseinrichtung. Als Einzelnutzer empfindet man die Anmeldung unter Umständen als lästig und möchte das abstellen. Dazu wählt man unter ✸ Menu ► Systemverwaltung ► Anmeldefenster ► Auto login ► Automatische Anmeldung aktivieren und wählt dann den eigenen Benutzernamen aus der Liste aus.

Abgestürzte Programme beenden #

Falls einmal ein Programm derart abstürzen sollte, dass es nicht mehr über die grafische Oberfläche beendet werden kann, ist es möglich, den dazugehörigen Prozess über ✸ Menu ► Anwendungen ► Systemwerkzeuge ► Systemüberwachung ► Prozesse zu beenden, indem man dort mit rechts auf den entsprechenden Prozess klickt und ›Prozess beenden‹ wählt. Sollte dies nicht funktionieren, kann man auch ›Prozess abwürgen‹ probieren.

Ein alternativer Weg zur Systemüberwachung ist Alt+F2 und dann unter MATE mate-system-monitor bzw. unter Cinnamon gnome-system-monitor eingeben.

Neu anmelden bei Systemabsturz #

Sollte der seltene Fall eintreten, dass das System dermaßen abgestürzt ist, dass eine Bedienung mit der Maus nicht mehr möglich ist, so kann man ein Brute-Force-Abschalten des Rechners durch Ziehen des Netzsteckers vermeiden, indem man sich mit der Tastenkombination Strg+Alt+⬅   einfach neu anmeldet.

Icons für ›Rechner‹ und ›Persönlicher Ordner‹
auf dem Desktop entfernen #

Die Icons für ›Rechner‹ und ›Persönlicher Ordner‹ lassen sich auf dem Desktop folgendermaßen entfernen:

Unter MATE:

✸ Menu ► Anwendungen ► Einstellungen ► Schreibtischeinstellungen

Unter Cinnamon:

✸ Menu ► Anwendungen ► Einstellungen ► Systemeinstellungen ► Einstellungen ► Schreibtisch

Fenster einrollen bei Doppelklick auf Titelleiste #

In der Voreinstellung kann man zwischen dem maximierten und nicht maximierten Modus der Darstellung eines Anwendungsfensters wechseln, wenn man einen Doppelklick auf dessen Titelleiste ausführt. Diese Funktion ist eigentlich überflüssig, da man das auch über die Schaltflächen in der Titelleiste erreichen kann. Es lässt sich aber auch einstellen, dass das Fenster stattdessen z. B. (auf die Titelleiste reduziert) eingerollt werden soll, was besonders dann von Vorteil ist, wenn man Fenster aus dem Weg haben will, ohne sie zu minimieren, wie z. B. die zusätzlichen Fenster von Gimp.

Unter MATE:

✸ Menu ► Steuerzentrale ► Persönlich ► Fenster ► Verhalten ► Titelleisten-Aktionen

Unter Cinnamon:

✸ Menu ► Anwendungen ► Einstellungen ► Systemeinstellungen ► Einstellungen ► Fenster ► Aktion beim Doppelklick auf Titelleiste: Toggle Shade

Thema des Anmeldebildschirms ändern #

Das Thema des Anmeldebildschirms lässt sich über ✸ Menu ► Anwendungen ► Systemverwaltung ► Anmeldefenster ► Theme einstellen.

Möchte man eigene Themen erstellen, kann man eine Kopie eines der Themenordner unter /usr/share/mdm/themes/ erzeugen und die darin enthaltenen Dateien mit Root-Rechten bearbeiten. Da die Konfiguration des Themas über eine XML-Datei erfolgt, ist dies leicht mit einem Texteditor wie z. B. pluma möglich.

gksudo caja /usr/share/mdm/themes/

System-Beep bei An- und Abmeldung abstellen #

Falls man bei An- und/oder Abmelden einen Piepton hört, den man gerne abstellen möchte, so kann man dies folgendermaßen tun:

su
echo "blacklist pcspkr" >> /etc/modprobe.d/blacklist.conf
exit

Dann den Rechner neu starten.

MintMenu bearbeiten (MATE) #

Um das MintMenu zu bearbeiten, kann man einen Rechtsklick auf den ✸ Menu-Button im Panel ausführen und entweder Einstellungen oder Menü bearbeiten wählen.

Im MintMenu können Anwendungen in der Anwendungsübersicht durch Rechtsklick auf eine Anwendung ► Zu den Favoriten hinzufügen zu den Favoriten hinzugefügt werden.

Aus den Favoriten entfernen kann man eine Anwendung durch Rechtsklick auf eine Anwendung ► Aus Favoriten entfernen.

Die Reihenfolge der Favoritenliste lässt sich über die Datei applications.list bearbeiten:

pluma ~/.linuxmint/mintMenu/applications.list

Anschließend Rechtsklick auf den ✸ Menu-Button ► Plugins neu laden wählen.

›Bereitschaft‹ oder ›Ruhezustand‹? #

Beim Beenden einer Sitzung hat man die Optionen ›Bereitschaft‹, ›Ruhezustand‹ und ›Rechner ausschalten‹. Was das bedeutet, soll hier kurz erklärt werden. Die technische Umsetzung erfolgt üblicherweise über die ACPI-Schnittstelle.

Bereitschaft (S3)
STR - ›Suspend to RAM‹, ›Sleep Mode‹, ›Stand By‹, ›Suspend‹. Beim Ausschalten wird der Zustand des Rechners in den Arbeitsspeicher geschrieben, aus dem dieser beim späteren Anschalten wieder hergestellt werden kann. Daten müssen nicht gespeichert und Anwendungen nicht geschlossen werden. Beim Anschalten wird der ursprüngliche Zustand sofort wieder hergestellt, und in den zuvor geöffneten Anwendungen kann unmittelbar weiter gearbeitet werden. Dieses Verfahren besitzt die kürzeste Reaktionszeit, bewirkt aber auch die geringste Energieersparnis, da der Arbeitsspeicher weiterhin Strom benötigt. Außerdem können im Falle einer zwischenzeitlichen Unterbrechung der Stromzufuhr Daten verloren gehen.

Ruhezustand (S4)
STD - ›Suspend to Disk‹, ›Hibernation‹. Wie STR, allerdings werden die Daten hier beim Ausschalten auf die Festplatte geschrieben, so dass das System komplett vom Strom getrennt werden kann, ohne dass Daten verloren gehen. Dieses Verfahren dauert länger als STR, bewirkt aber eine höhere Energieersparnis.

Rechner ausschalten (S5)
Hier wird der Rechner komplett heruntergefahren und vom Strom getrennt. Vor dem Ausschalten müssen Daten gespeichert und Anwendungen geschlossen werden.

Festplattenpartitionen dauerhaft ein-/aushängen #

Um Laufwerke und Festplattenpartitionen dauerhaft beim Systemstart einzubinden bzw. wieder auszuhängen, kann man einen entsprechenden Eintrag in der Datei /etc/fstab ergänzen bzw. löschen. Hierzu öffnet man den Texteditor über das Terminal mit Rootrechten:

gksudo pluma /etc/fstab

Weitere Informationen: UbuntuUsers Wiki

Alte Kernel deinstallieren #

Mindestens ein Kernel muss auf dem Rechner installiert sein, damit er überhaupt funktioniert!

Bei einem Kernel-Update werden die alten Kernel nicht automatisch gelöscht. Man kann dies allerdings manuell nachholen. Dazu öffnet man die Synaptic-Paketverwaltung und gibt in das Suchfeld die Begriffe linux image 486 ein (bei 64-Bit-Systemen statt 486 den String amd verwenden). Aus der Liste der Suchergebnisse wählt man nun alle nicht mehr benötigten Kernelpakete (z. B. linux-image-3.2.0-2-486) zum Entfernen aus (über Rechtsklick auf den Namen des Paketes) und klickt anschließend in der Symbolleiste auf Anwenden.

Weitere Informationen: UbuntuUsers Wiki

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