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Konfiguration von Linux Mint #

(Linux Mint 18 Cinnamon)

Übersicht
Multimedia-Codecs nachinstallieren
Individuelle DNS-Server verwenden

Erscheinungsbild ändern
Scrollbars anpassen
Weitere Wallpapers hinzufügen
Fenster einrollen bei Doppelklick auf Titelleiste
Thema des Anmeldebildschirms ändern
Automatischer Login beim Hochfahren
Desktop mit dconf konfigurieren
Größe des Mauszeigers ändern

Standard-Browser festlegen
Externe Medien automatisch mounten
Abgestürzte Programme beenden
Neu anmelden bei Systemabsturz
›Bereitschaft‹ oder ›Ruhezustand‹?
Festplattenpartitionen dauerhaft ein-/aushängen
Alte Kernel deinstallieren

Auf dieser Seite befindet sich eine lose Sammlung von Möglichkeiten, Linux Mint zu konfigurieren, sowie ein paar nützliche Tipps und Tricks, die die Verwendung des Betriebssystems vereinfachen können. Die Grundlagen des Betriebssystems werden an dieser Stelle nicht beschrieben.

Eine zentrale Oberfläche für diverse Konfigurations­möglichkeiten findet man unter ✸ Menu ► Alle Anwendungen ► Einstellungen ► Systemeinstellungen.

Eine Auswahl von häufig verwendeten Programmen für Linux findet man hier: Software

Multimedia-Codecs nachinstallieren #

Grundsätzlich ist die Unterstützung für viele Medienformate sowie für Flash, Java und verschlüsselte DVDs in Linux Mint vorinstalliert. Eine Vielzahl von Codecs wird über das Metapaket mint-meta-codecs bereitgestellt. Dies entspricht ungefähr dem unter Ubuntu verwendeten Metapaket ubuntu-restricted-extras.

Für die Wiedergabe bzw. Kodierung bestimmter Multimediaformate werden eventuell dennoch spezielle Codecs benötigt, die bei Bedarf nachinstalliert werden müssen. Dazu gibt es unter ✸ Menu ► Alle Anwendungen ► Multimedia ► Media-Codecs nachinstallieren eine entsprechende Option.

Folgende Pakete sind hier von Bedeutung:

Paket Installiert
gstreamer0.10-alsa
gstreamer0.10-ffmpeg
gstreamer0.10-plugins-base
gstreamer1.0-libav
gstreamer1.0-plugins-bad
gstreamer1.0-plugins-ugly
libswscale-ffmpeg3
libmp3lame0
libdvdread4
gstreamer1.0-fluendo-mp3
libmp4v2-2
lame
libquicktime2

Diese Pakete können bei Bedarf hier nachinstalliert werden:

sudo apt-get install gstreamer0.10-alsa gstreamer0.10-ffmpeg gstreamer0.10-plugins-base gstreamer1.0-libav gstreamer1.0-plugins-bad gstreamer1.0-plugins-ugly libswscale-ffmpeg3 libmp3lame0 libdvdread4

Installation per apturl symbol: question

sudo apt-get install gstreamer1.0-fluendo-mp3 libmp4v2-2 lame libquicktime2

Installation per apturl symbol: question

Weitere Informationen hierzu findet man im UbuntuUsers-Wiki.

Individuelle DNS-Server verwenden #

Möchte man statt der vom Internet-Provider vorgegebenen DNS-Server eigene verwenden, dann wählt man ✸ Menu ► Einstellungen ► Netzwerkverbindungen. In der Liste der verfügbaren Verbindungen markiert man die gewünschte Verbindung (z. B. Kabelgebunden/Ethernet ► Wired connection 1) und klickt dann auf Bearbeiten …. In dem folgenden Dialog wählt man unter dem Reiter ›IPv4-Einstellungen‹ die Methode ›Automatisch (DHCP), nur Adressen‹ und gibt dann in dem Formularfeld ›DNS-Server‹ die IP-Adressen verschiedener alternativer DNS-Server ein (mit Komma getrennt), z. B.:

78.138.102.67, 62.141.38.230

Die Änderung bestätigt man dann durch Klick auf Speichern …. Den Dialog der Netzwerkverbindungen kann man jetzt wieder schließen. Um die neue Einstellung nutzen zu können muss man den Rechner gegebenenfalls neu booten.

Eine Auswahl alternativer DNS-Server findet man z. B. hier:

OpenNIC (78.138.102.67, 62.141.38.230)
Chaos Computer Club (213.73.91.35)
Digitalcourage (85.214.20.141)
provider-stoerung.de

Erscheinungsbild ändern #

Das Erscheinungsbild der Desktopumgebung Cinnamon kann über ✸ Menu ► Steuerzentrale ► Erscheinungsbild ► Themen bzw. ✸ Menu ► Alle Anwendungen ► Einstellungen ► Themen geändert werden.

Über den Reiter Themen lassen sich Themen für die verschiedenen Elemente des Desktops auswählen.

• Fensterrahmen (z. B. Shiki-Colors-Metacity)
• Symbole (z. B. gnome-wise)
• Steuerung (z. B. Mint-X)
• Mauszeiger (z. B. DMZ-White)
• Mauszeiger (z. B. Linux Mint)

Scrollbars anpassen #

Die Scrollbars der meisten Cinnamon-Themen haben häufig einen so geringen farblichen Kontrast zu ihrem Hintergrund, dass sie kaum erkennbar sind. Ich habe keine Möglichkeit gefunden, die Farbe über die mitgelieferten grafischen Oberflächen zu ändern. Mit Hilfe des Gnome Color Choosers ist dies aber möglich.

sudo apt-get install gnome-color-chooser

Installation per apturl symbol: question

Nach der Installation ist dieser unter ✸ Menu ► Alle Anwendungen ► Einstellungen ► GNOME Color Chooser zu finden.

Unter Engines ► Scrollbalken wählt man ›Murrine‹. Die Breite des Scrollbalkens lässt sich unter Spezifisch ► Scrollbalken ► Breite festlegen.

Weitere Wallpapers hinzufügen #

Die Wallpapers (Hintergrundbilder des Schreibtischs) werden mit jeder Veröffentlichung von Linux Mint neu ausgewählt. Zusätzlich zu den bereits installierten Wallpapers von Linux Mint ›Serena‹ und ›Sarah‹, können folgende Serien nachinstalliert werden:

sudo apt-get install mint-backgrounds-maya mint-backgrounds-nadia mint-backgrounds-olivia mint-backgrounds-petra mint-backgrounds-qiana mint-backgrounds-rafaela mint-backgrounds-rebecca mint-backgrounds-retro mint-backgrounds-rosa

Installation per apturl symbol: question

Andere heruntergeladene Wallpapers können als Ordner manuell hinzugefügt werden, beispielsweise /usr/share/backgrounds.

Fenster einrollen bei Doppelklick auf Titelleiste #

In der Voreinstellung kann man zwischen dem maximierten und nicht maximierten Modus der Darstellung eines Anwendungsfensters wechseln, wenn man einen Doppelklick auf dessen Titelleiste ausführt. Diese Funktion ist eigentlich überflüssig, da man das auch über die Schaltflächen in der Titelleiste erreichen kann. Es lässt sich aber auch einstellen, dass das Fenster stattdessen z. B. (auf die Titelleiste reduziert) eingerollt werden soll, was besonders dann von Vorteil ist, wenn man Fenster aus dem Weg haben will, ohne sie zu minimieren, wie z. B. die zusätzlichen Fenster von Gimp.

Unter MATE:

✸ Menu ► Steuerzentrale ► Persönlich ► Fenster ► Verhalten ► Titelleisten-Aktionen

Unter Cinnamon:

✸ Menu ► Alle Anwendungen ► Einstellungen ► Fenster ► Titelleiste ► Aktionen ► Aktion beim Doppelklick auf Titelleiste ► Ein- und Ausrollen

Thema des Anmeldebildschirms ändern #

Das Thema des Anmeldebildschirms lässt sich über ✸ Menu ► Alle Anwendungen ► Systemverwaltung ► Anmeldefenster ► Thema einstellen.

Möchte man eigene Themen erstellen, kann man eine Kopie eines der Themenordner unter /usr/share/mdm/themes/ erzeugen und die darin enthaltenen Dateien mit Root-Rechten bearbeiten. Da die Konfiguration des Themas über eine XML-Datei erfolgt, ist dies leicht mit einem Texteditor wie z. B. Xed möglich.

gksudo nemo /usr/share/mdm/themes/

Automatischer Login beim Hochfahren #

Normalerweise muss man sich nach dem Hochfahren des Rechners erst als Benutzer anmelden. Wird der Rechner von verschiedenen Benutzern verwendet, ist das eine sinnvolle und notwendige Sicherheitseinrichtung. Als Einzelnutzer empfindet man die Anmeldung unter Umständen als lästig und möchte das abstellen. Dazu wählt man (wenn nicht schon bei der Installation geschehen) unter ✸ Menu ► Alle Anwendungen ► Systemverwaltung ► Anmeldefenster ► Automatische Anmeldung ► Automatische Anmeldung aktivieren und wählt dann den eigenen Benutzernamen aus der Liste aus.

Desktop mit dconf konfigurieren #

Viele Einstellungen des Cinnamon-Desktops lassen sich über die grafischen Oberflächen der Systemeinstellungen vornehmen. Wer hier tiefer ›unter die Motorhaube‹ kriechen möchte, kann das über das Terminal mit gsettings oder über das Werkzeug dconf, für das es auch ein grafisches Frontend gibt, das erst installiert werden muss:

sudo apt-get install dconf-editor

Installation per apturl symbol: question

Dieses Frontend ist dann unter ✸ Menu ► Alle Anwendungen ► Systemverwaltung ► dconf-Editor zu finden.

Möchte man nun beispielsweise die Wartezeit, bevor der Bildschirmschoner aktiviert wird, auf einen benutzerdefinierten Wert setzten, der über die grafische Oberfläche für die Einstellungen des Bildschirmschoners nicht verfügbar ist, ändert man den entsprechenen Wert über das Terminal:

gsettings set org.cinnamon.desktop.session idle-delay 120 (120 Sekunden)

oder im dconf-Editor über den Pfad orgcinnamondesktopsession.

Größe des Mauszeigers ändern #

Möchte man die Größe des Mauszeigers ändern, so kann man das über die entsprechende Einstellung mittels dconf oder mit diesem Befehl:

gsettings set org.cinnamon.desktop.interface cursor-size 32

32 ist hier die neue Größe des Mauszeigers.

Standard-Browser festlegen #

Obwohl bei mir unter ✸ Menu ► Anwendungen ► Einstellungen ► Bevorzugte Anwendungen Firefox als Standard-Browser eingestellt ist, wurde regelmäßig Opera geöffnet, wenn ich beispielsweise einen Link in einer E-Mail in Thunderbird angeklickt habe. Mit folgendem Befehl kann man sich die Priorität einzelner Alternativ-Anwendungen anzeigen lassen:

update-alternatives --display x-www-browser

Um hier eine Änderung vorzunehmen, gibt man folgenden Befehl ein:

sudo update-alternatives --config x-www-browser

Siehe auch: debiananwenderhandbuch.de

Externe Medien automatisch mounten #

Externe Medien wie CDs, DVDs, USB-Flashdrives und Speicherkarten werden mitunter nicht automatisch ins Dateisystem eingebunden. Um das zu erreichen kann man zunächst folgendes Paket installieren:

sudo apt-get install udisks-glue

Installation per apturl symbol: question

Anschließend fügt man den Befehl udisks-glue zu den Startprogrammen hinzu. Wird der Rechner nun neu gestartet, sollten externe Medien automatisch gemountet werden.

Abgestürzte Programme beenden #

Falls einmal ein Programm derart abstürzen sollte, dass es nicht mehr über die grafische Oberfläche beendet werden kann, ist es möglich, den dazugehörigen Prozess über ✸ Menu ► Anwendungen ► Systemwerkzeuge ► Systemüberwachung ► Prozesse zu beenden, indem man dort mit rechts auf den entsprechenden Prozess klickt und ›Prozess beenden‹ wählt. Sollte dies nicht funktionieren, kann man auch ›Prozess abwürgen‹ probieren.

Ein alternativer Weg zur Systemüberwachung ist Alt+F2 und dann unter MATE mate-system-monitor bzw. unter Cinnamon gnome-system-monitor eingeben.

Neu anmelden bei Systemabsturz #

Sollte der seltene Fall eintreten, dass das System dermaßen abgestürzt ist, dass eine Bedienung mit der Maus nicht mehr möglich ist, so kann man ein Brute-Force-Abschalten des Rechners durch Ziehen des Netzsteckers vermeiden, indem man sich mit der Tastenkombination Strg+Alt+⬅   einfach neu anmeldet.

›Bereitschaft‹ oder ›Ruhezustand‹? #

Beim Beenden einer Sitzung hat man die Optionen ›Bereitschaft‹, ›Ruhezustand‹ und ›Rechner ausschalten‹. Was das bedeutet, soll hier kurz erklärt werden. Die technische Umsetzung erfolgt üblicherweise über die ACPI-Schnittstelle.

Bereitschaft (S3)
STR - ›Suspend to RAM‹, ›Sleep Mode‹, ›Stand By‹, ›Suspend‹. Beim Ausschalten wird der Zustand des Rechners in den Arbeitsspeicher geschrieben, aus dem dieser beim späteren Anschalten wieder hergestellt werden kann. Daten müssen nicht gespeichert und Anwendungen nicht geschlossen werden. Beim Anschalten wird der ursprüngliche Zustand sofort wieder hergestellt, und in den zuvor geöffneten Anwendungen kann unmittelbar weiter gearbeitet werden. Dieses Verfahren besitzt die kürzeste Reaktionszeit, bewirkt aber auch die geringste Energieersparnis, da der Arbeitsspeicher weiterhin Strom benötigt. Außerdem können im Falle einer zwischenzeitlichen Unterbrechung der Stromzufuhr Daten verloren gehen.

Ruhezustand (S4)
STD - ›Suspend to Disk‹, ›Hibernation‹. Wie STR, allerdings werden die Daten hier beim Ausschalten auf die Festplatte geschrieben, so dass das System komplett vom Strom getrennt werden kann, ohne dass Daten verloren gehen. Dieses Verfahren dauert länger als STR, bewirkt aber eine höhere Energieersparnis.

Rechner ausschalten (S5)
Hier wird der Rechner komplett heruntergefahren und vom Strom getrennt. Vor dem Ausschalten müssen Daten gespeichert und Anwendungen geschlossen werden.

Festplattenpartitionen dauerhaft ein-/aushängen #

Um Laufwerke und Festplattenpartitionen dauerhaft beim Systemstart einzubinden bzw. wieder auszuhängen, kann man einen entsprechenden Eintrag in der Datei /etc/fstab ergänzen bzw. löschen. Hierzu öffnet man den Texteditor über das Terminal mit Rootrechten:

gksudo pluma /etc/fstab

Weitere Informationen: UbuntuUsers Wiki

Alte Kernel deinstallieren #

Mindestens ein Kernel muss auf dem Rechner installiert sein, damit er überhaupt funktioniert!

Bei einem Kernel-Update werden die alten Kernel nicht automatisch gelöscht. Man kann dies allerdings manuell nachholen. Dazu öffnet man die Synaptic-Paketverwaltung und gibt in das Suchfeld die Begriffe linux image 486 ein (bei 64-Bit-Systemen statt 486 den String amd verwenden). Aus der Liste der Suchergebnisse wählt man nun alle nicht mehr benötigten Kernelpakete (z. B. linux-image-3.2.0-2-486) zum Entfernen aus (über Rechtsklick auf den Namen des Paketes) und klickt anschließend in der Symbolleiste auf Anwenden.

Weitere Informationen: UbuntuUsers Wiki