Konfiguration von Linux Mint #

(Linux Mint 19 Cinnamon)

Übersicht
Individuelle DNS-Server verwenden

Erscheinungsbild ändern
Anwendungsstarter im Panel verschieben
Scrollbars anpassen
Weitere Wallpapers hinzufügen
Fenster einrollen bei Doppelklick auf Titelleiste
Weitere Benutzerkonten anlegen
Automatischer Login beim Hochfahren
Desktop mit dconf konfigurieren
Größe des Mauszeigers ändern

Standard-Browser festlegen
Abgestürzte Programme beenden
Neu anmelden bei Systemabsturz
›Bereitschaft‹ oder ›Ruhezustand‹?
Festplattenpartitionen dauerhaft ein-/aushängen

Auf dieser Seite befindet sich eine lose Sammlung von Möglichkeiten, Linux Mint zu konfigurieren, sowie ein paar nützliche Tipps und Tricks, die die Verwendung des Betriebssystems vereinfachen können. Die Grundlagen des Betriebssystems werden an dieser Stelle nicht beschrieben.

Eine zentrale Oberfläche für diverse Konfigurations­möglichkeiten findet man unter Menü ► Einstellungen ► Systemeinstellungen.

Eine Auswahl von häufig verwendeten Programmen für Linux findet man hier: Software

Individuelle DNS-Server verwenden #

Möchte man statt der vom Internet-Provider vorgegebenen DNS-Server eigene verwenden, dann wählt man Menü ► Einstellungen ► Netzwerkverbindungen. In der Liste der verfügbaren Verbindungen markiert man die gewünschte Verbindung (z. B. Kabelgebunden/Ethernet ► Wired connection 1) und klickt dann auf Bearbeiten …. In dem folgenden Dialog wählt man unter dem Reiter ›IPv4-Einstellungen‹ die Methode ›Automatisch (DHCP), nur Adressen‹ und gibt dann in dem Formularfeld ›DNS-Server‹ die IP-Adressen verschiedener alternativer DNS-Server ein (mit Komma getrennt), z. B.:

78.138.102.67, 62.141.38.230

Die Änderung bestätigt man dann durch Klick auf Speichern …. Den Dialog der Netzwerkverbindungen kann man jetzt wieder schließen. Um die neue Einstellung nutzen zu können muss man den Rechner gegebenenfalls neu booten.

Eine Auswahl alternativer DNS-Server findet man z. B. hier:

OpenNIC
Chaos Computer Club
Digitalcourage
provider-stoerung.de

Erscheinungsbild ändern #

Das Erscheinungsbild der Desktopumgebung Cinnamon kann über Menü ► Einstellungen ► Themen geändert werden.

Über den Reiter Themen lassen sich Themen für die verschiedenen Elemente des Desktops auswählen.

• Fensterrahmen (z. B. Mint-Y-Dark)
• Symbole (z. B. gnome-wise)
• Steuerung (z. B. Mint-X)
• Mauszeiger (z. B. DMZ-White)
• Schreibtisch (z. B. Linux Mint)

Anwendungsstarter im Panel verschieben #

Wenn man im Mint-Menü mit rechts auf ein Anwendungs-Icon klickt und dort die Option Zur Leiste hinzufügen wählt, wird ein Anwendungsstarter an einem beliebigen Ort im Leistenstarter-Applet in einem Desktop-Panel eingefügt.

Möchte man diesen Anwendungsstarter innerhalb des Applets neu positionieren, so klickt man zunächst mit rechts auf das Applet, wählt dort Einstellungen ► Einrichten … und setzt den Schalter bei Das Ziehen von Startern erlauben auf AN. Jetzt kann man mit normalem Drag&Drop den Starter verschieben. Zur Sicherheit setzt man den Schalter in dem Einstellungsdialog danach wieder auf AUS und schließt den Dialog.

Scrollbars anpassen #

Die Scrollbars der meisten Cinnamon-Themen haben häufig einen so geringen farblichen Kontrast zu ihrem Hintergrund, dass sie kaum erkennbar sind. Ich habe keine Möglichkeit gefunden, die Farbe über die mitgelieferten grafischen Oberflächen zu ändern. Mit Hilfe des Gnome Color Choosers ist dies aber möglich.

sudo apt-get install gnome-color-chooser

Installation per apturl symbol: question

Nach der Installation ist dieser unter Menü ► Einstellungen ► GNOME Color Chooser zu finden.

Unter Engines ► Scrollbalken wählt man ›Murrine‹. Die Breite des Scrollbalkens lässt sich unter Spezifisch ► Scrollbalken ► Breite festlegen.

Weitere Wallpapers hinzufügen #

Die Wallpapers (Hintergrundbilder des Schreibtischs) werden mit jeder Veröffentlichung von Linux Mint neu ausgewählt. Zusätzlich zu den bereits installierten Wallpapers von Linux Mint ›Tara‹, können folgende Serien nachinstalliert werden:

sudo apt-get install mint-backgrounds-maya mint-backgrounds-nadia mint-backgrounds-olivia mint-backgrounds-petra mint-backgrounds-qiana mint-backgrounds-rafaela

Installation per apturl symbol: question

sudo apt-get install mint-backgrounds-rebecca mint-backgrounds-retro mint-backgrounds-rosa mint-backgrounds-sarah mint-backgrounds-serena mint-backgrounds-sonya mint-backgrounds-sylvia

Installation per apturl symbol: question

Andere heruntergeladene Wallpapers können als Ordner manuell hinzugefügt werden, beispielsweise /usr/share/backgrounds.

Fenster einrollen bei Doppelklick auf Titelleiste #

In der Voreinstellung kann man zwischen dem maximierten und nicht maximierten Modus der Darstellung eines Anwendungsfensters wechseln, wenn man einen Doppelklick auf dessen Titelleiste ausführt. Diese Funktion ist eigentlich überflüssig, da man das auch über die Schaltflächen in der Titelleiste erreichen kann. Es lässt sich aber auch einstellen, dass das Fenster stattdessen z. B. (auf die Titelleiste reduziert) eingerollt werden soll, was besonders dann von Vorteil ist, wenn man Fenster aus dem Weg haben will, ohne sie zu minimieren, wie z. B. die zusätzlichen Fenster von Gimp.

Unter MATE:

Menü ► Steuerzentrale ► Persönlich ► Fenster ► Verhalten ► Titelleisten-Aktionen

Unter Cinnamon:

Menü ► Einstellungen ► Fenster ► Titelleiste ► Aktionen ► Aktion beim Doppelklick auf Titelleiste ► Ein- und Ausrollen

Weitere Benutzerkonten anlegen #

Wer seinen Rechner mit anderen Menschen teilt, kann über Menü ► Systemverwaltung ► Benutzer und Gruppen weitere Benutzerkonten anlegen, in denen Daten und Einstellungen separat gespeichert werden. Wer lediglich einen Gastzugang ermöglichen will, bei dem allerdings keine Daten und Einstellungen auf der Festplatte gespeichert werden können, kann dies über Menü ► Systemverwaltung ► Anmeldefenster ► Benutzer tun.

Um ein Benutzerkonto vor dem Zugriff anderer Benutzer zu schützen, kann man die Zugriffsrechte entsprechend ändern. Beispielsweise über das Terminal mit dem Befehl sudo chmod o-rw /home/<benutzer>, wobei der Platzhalter <benutzer> durch den entsprechenden Namen des Kontos zu ersetzen ist.

Dies führt dann allerdings dazu, dass ein eigenes Hintergrundbild beim Anmeldebildschirm nicht mehr angezeigt werden kann, wenn es im Benutzerordner gespeichert ist, da der Anmeldebildschirm nun keine Leserechte mehr für diesen Ordner besitzt. Um dieses Problem zu umgehen, kann man mit Rootrechten unterhalb von /opt einen Ordner für Hintergrundbilder anlegen und das Bild von dort laden lassen.

Automatischer Login beim Hochfahren #

Normalerweise muss man sich nach dem Hochfahren des Rechners erst als Benutzer anmelden. Wird der Rechner von verschiedenen Benutzern verwendet, ist das eine sinnvolle und notwendige Sicherheitseinrichtung. Als Einzelnutzer empfindet man die Anmeldung unter Umständen als lästig und möchte das abstellen. Dazu trägt man (wenn nicht schon bei der Installation geschehen) unter Menü ► Systemverwaltung ► Anmeldefenster ► Benutzer ► Automatische Anmeldung den Namen des Benutzerkontos ein, das automatisch ohne Passwortabfrage angemeldet werden soll.

Desktop mit dconf konfigurieren #

Viele Einstellungen des Cinnamon-Desktops lassen sich über die grafischen Oberflächen der Systemeinstellungen vornehmen. Wer hier tiefer ›unter die Motorhaube‹ kriechen möchte, kann das über das Terminal mit gsettings oder über das Werkzeug dconf, für das es auch ein grafisches Frontend gibt, das erst installiert werden muss:

sudo apt-get install dconf-editor

Installation per apturl symbol: question

Dieses Frontend ist dann unter Menü ► Systemverwaltung ► dconf-Editor zu finden.

Möchte man nun beispielsweise die Wartezeit, bevor der Bildschirmschoner aktiviert wird, auf einen benutzerdefinierten Wert setzten, der über die grafische Oberfläche für die Einstellungen des Bildschirmschoners nicht verfügbar ist, ändert man den entsprechenen Wert über das Terminal:

gsettings set org.cinnamon.desktop.session idle-delay 120 (120 Sekunden)

oder im dconf-Editor über den Pfad orgcinnamondesktopsession.

Größe des Mauszeigers ändern #

Möchte man die Größe des Mauszeigers ändern, so kann man das über die entsprechende Einstellung mittels dconf oder mit diesem Befehl:

gsettings set org.cinnamon.desktop.interface cursor-size 32

32 ist hier die neue Größe des Mauszeigers.

Standard-Browser festlegen #

Obwohl bei mir unter Menü ► Einstellungen ► Bevorzugte Anwendungen Firefox als Standard-Browser eingestellt ist, wurde regelmäßig Opera geöffnet, wenn ich beispielsweise einen Link in einer E-Mail in Thunderbird angeklickt habe. Mit folgendem Befehl kann man sich die Priorität einzelner Alternativ-Anwendungen anzeigen lassen:

update-alternatives --display x-www-browser

Um hier eine Änderung vorzunehmen, gibt man folgenden Befehl ein:

sudo update-alternatives --config x-www-browser

Siehe auch: debiananwenderhandbuch.de

Abgestürzte Programme beenden #

Falls einmal ein Programm derart abstürzen sollte, dass es nicht mehr über die grafische Oberfläche beendet werden kann, ist es möglich, den dazugehörigen Prozess über Menü ► Systemwerkzeuge ► Systemüberwachung ► Prozesse zu beenden, indem man dort mit rechts auf den entsprechenden Prozess klickt und ›Prozess beenden‹ wählt. Sollte dies nicht funktionieren, kann man auch ›Prozess abwürgen‹ probieren.

Ein alternativer Weg zur Systemüberwachung ist Alt+F2 und dann unter MATE mate-system-monitor bzw. unter Cinnamon gnome-system-monitor eingeben.

Neu anmelden bei Systemabsturz #

Sollte der seltene Fall eintreten, dass das System dermaßen abgestürzt ist, dass eine Bedienung mit der Maus nicht mehr möglich ist, so kann man ein Brute-Force-Abschalten des Rechners durch Ziehen des Netzsteckers vermeiden, indem man sich mit der Tastenkombination Strg+Alt+⬅   einfach neu anmeldet.

›Bereitschaft‹ oder ›Ruhezustand‹? #

Beim Beenden einer Sitzung hat man die Optionen ›Bereitschaft‹, ›Ruhezustand‹ und ›Rechner ausschalten‹. Was das bedeutet, soll hier kurz erklärt werden. Die technische Umsetzung erfolgt üblicherweise über die ACPI-Schnittstelle.

Bereitschaft (S3)
STR - ›Suspend to RAM‹, ›Sleep Mode‹, ›Stand By‹, ›Suspend‹. Beim Ausschalten wird der Zustand des Rechners in den Arbeitsspeicher geschrieben, aus dem dieser beim späteren Anschalten wieder hergestellt werden kann. Daten müssen nicht gespeichert und Anwendungen nicht geschlossen werden. Beim Anschalten wird der ursprüngliche Zustand sofort wieder hergestellt, und in den zuvor geöffneten Anwendungen kann unmittelbar weiter gearbeitet werden. Dieses Verfahren besitzt die kürzeste Reaktionszeit, bewirkt aber auch die geringste Energieersparnis, da der Arbeitsspeicher weiterhin Strom benötigt. Außerdem können im Falle einer zwischenzeitlichen Unterbrechung der Stromzufuhr Daten verloren gehen.

Ruhezustand (S4)
STD - ›Suspend to Disk‹, ›Hibernation‹. Wie STR, allerdings werden die Daten hier beim Ausschalten auf die Festplatte geschrieben, so dass das System komplett vom Strom getrennt werden kann, ohne dass Daten verloren gehen. Dieses Verfahren dauert länger als STR, bewirkt aber eine höhere Energieersparnis.

Rechner ausschalten (S5)
Hier wird der Rechner komplett heruntergefahren und vom Strom getrennt. Vor dem Ausschalten müssen Daten gespeichert und Anwendungen geschlossen werden.

Festplattenpartitionen dauerhaft ein-/aushängen #

Um Laufwerke und Festplattenpartitionen dauerhaft beim Systemstart einzubinden bzw. wieder auszuhängen, kann man einen entsprechenden Eintrag in der Datei /etc/fstab ergänzen bzw. löschen. Hierzu öffnet man den Texteditor über das Terminal mit Rootrechten:

sudo xed /etc/fstab

Weitere Informationen: UbuntuUsers Wiki