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Konfiguration und Wartung von Linux Mint

(Linux Mint 20 Cinnamon)

Übersicht
Individuelle DNS-Server verwenden

Erscheinungsbild ändern
Datums- und Zeitformat für Kalender einrichten
Scrollbars anpassen
Fenster einrollen bei Doppelklick auf Titelleiste
Weitere Benutzerkonten anlegen
Automatischer Login beim Hochfahren
Desktop mit dconf konfigurieren
Größe des Mauszeigers ändern
Desktop-Icons frei positionieren

Abgestürzte Programme beenden
Neu anmelden bei Systemabsturz
Dateisystem reparieren
›Bereitschaft‹ oder ›Ruhezustand‹?

Auf dieser Seite befindet sich eine lose Sammlung von Möglichkeiten, Linux Mint zu konfigurieren, sowie ein paar nützliche Tipps und Tricks, die die Verwendung des Betriebssystems vereinfachen können. Die Grundlagen des Betriebssystems werden an dieser Stelle nicht beschrieben.

Eine zentrale Oberfläche für diverse Konfigurations­möglichkeiten findet man unter
► Einstellungen ► Systemeinstellungen.

Eine Auswahl von häufig verwendeten Programmen für Linux findet man hier: Software

Eine Auswahl an diversen Programmen für zusätzliche Funktionalität findet man unter
► Einstellungen ► Applets
► Einstellungen ► Desklets
► Einstellungen ► Erweiterungen
bzw. auf cinnamon-spices.linuxmint.com.

Individuelle DNS-Server verwenden

Möchte man statt der vom Internet-Provider vorgegebenen DNS-Server eigene verwenden, dann wählt man ► Einstellungen ► Netzwerkverbindungen. In der Liste der verfügbaren Verbindungen doppelklickt man auf die gewünschte Verbindung (z. B. Ethernet ► Kabelgebundene Verbindung 1). In dem folgenden Dialog wählt man unter dem Tab ›IPv4-Einstellungen‹ die Methode ›Automatisch (DHCP), nur Adressen‹ und gibt dann in dem Formularfeld ›DNS-Server‹ die IP-Adressen verschiedener alternativer DNS-Server ein (mit Komma getrennt), z. B.:

51.89.88.77, 89.163.140.67

Die Änderung der Netzwerkverbindung bestätigt man dann durch Klick auf Speichern …. Den Dialog der Netzwerkverbindungen kann man jetzt wieder schließen. Um die neue Einstellung nutzen zu können, muss man die Netzwerkverbindung trennen und neu herstellen, oder sich einfach mit Strg+Alt+⬅  neu anmelden.

Eine Auswahl alternativer DNS-Server findet man z. B. hier:

OpenNIC
Chaos Computer Club
Digitalcourage
provider-stoerung.de

Ob der DNS-Dienst verfügbar ist, kann man prüfen, indem man einen Ping an die IP-Adresse des Servers schickt. Beispielsweise:

ping 51.89.88.77

Ist der Server erreichbar, werden in kurzen Intervallen die Parameter des Pings zurückgegeben, ansonsten bleibt die Ausgabe leer. Mit Strg+C kann ping abgebrochen werden.

Erscheinungsbild ändern

Das Erscheinungsbild der Desktopumgebung Cinnamon kann über ► Einstellungen ► Themen geändert werden.

Über den Reiter Themen lassen sich Themen für die verschiedenen Elemente des Desktops auswählen.

• Fensterrahmen (z. B. Mint-Y-Dark)
• Symbole (z. B. Mint-Y)
• Steuerung (z. B. Mint-X)
• Mauszeiger (z. B. DMZ-White)
• Schreibtisch (z. B. Linux Mint)

Datums- und Zeitformat für Kalender einrichten

Standardmäßig wird im Kalender-Applet im Desktop-Panel nur die Uhrzeit angezeigt. Die Anzeige lässt sich aber individuell formatieren, indem man mit einem Rechtsklick auf die Uhrzeit das Kontextmenü öffnet, dort Einrichten … wählt und dann unter Datumsformat einen entsprechenden strftime-String eingibt.
Für Do, 2. Dez, 18:24 beispielsweise:

%a, %e. %b, %H:%M

Der benötigte String lässt sich auf der Seite For a Good Strftime ermitteln. Zu den Wildcards der Funktion strftime() siehe auch hier.

Scrollbars anpassen

Die Scrollbars der meisten Cinnamon-Themen haben häufig einen so geringen farblichen Kontrast zu ihrem Hintergrund, dass sie kaum erkennbar sind. Durch Änderung der CSS-Datei des entsprechenden Themas lässt sich die Farbe aber einstellen. Entscheidend ist das Thema, das unter Menü ► Einstellungen ► Themen ► Steuerung eingestellt ist. Hier für Mint-Y:

sudo xed /usr/share/themes/Mint-Y/gtk-3.0/gtk.css

An das Ende der Datei fügt man folgende Zeile ein:

scrollbar slider { background-color: #777777; }

Datei speichern und schließen. Wenn man sich nun neu anmeldet, hat man dunklere Scrollbars.

Für Mint-X ändert man folgende Datei:

sudo xed /usr/share/themes/Mint-X/gtk-3.0/gtk-widgets.css

Hier ergänzt man die Datei um folgende Zeilen:

scrollbar slider { background-image: linear-gradient(to right, shade(#777777, 1.12), shade(#777777, 0.95)); }
scrollbar.horizontal slider { background-image: linear-gradient(to bottom, shade(#777777, 1.12), shade(#777777, 0.95)); }

Fenster einrollen bei Doppelklick auf Titelleiste

In der Voreinstellung kann man zwischen dem maximierten und nicht maximierten Modus der Darstellung eines Anwendungsfensters wechseln, wenn man einen Doppelklick auf dessen Titelleiste ausführt. Diese Funktion ist eigentlich überflüssig, da man das auch über die Schaltflächen in der Titelleiste erreichen kann. Es lässt sich aber auch einstellen, dass das Fenster stattdessen z. B. (auf die Titelleiste reduziert) eingerollt werden soll, was besonders dann von Vorteil ist, wenn man Fenster aus dem Weg haben will, ohne sie zu minimieren, wie z. B. die zusätzlichen Fenster von Gimp.

Unter Cinnamon:

► Einstellungen ► Fenster ► Titelleiste ► Aktionen ► Aktion beim Doppelklick auf Titelleiste ► Ein- und Ausrollen

Unter Mate:

► Steuerzentrale ► Persönlich ► Fenster ► Verhalten ► Titelleisten-Aktionen

Weitere Benutzerkonten anlegen

Wer seinen Rechner mit anderen Menschen teilt, kann über ► Systemverwaltung ► Benutzer und Gruppen weitere Benutzerkonten anlegen, in denen Daten und Einstellungen separat gespeichert werden. Wer lediglich einen Gastzugang ermöglichen will, bei dem allerdings keine Daten und Einstellungen auf der Festplatte gespeichert werden können, kann dies über ► Systemverwaltung ► Anmeldefenster ► Benutzer tun.

Um ein Benutzerkonto vor dem Zugriff anderer Benutzer zu schützen, kann man die Zugriffsrechte entsprechend ändern. Beispielsweise über das Terminal mit dem Befehl sudo chmod o-rw /home/<benutzer>, wobei der Platzhalter <benutzer> durch den entsprechenden Namen des Kontos zu ersetzen ist.

Automatischer Login beim Hochfahren

Normalerweise muss man sich nach dem Hochfahren des Rechners erst als Benutzer anmelden. Wird der Rechner von verschiedenen Benutzern verwendet, ist das eine sinnvolle und notwendige Sicherheitseinrichtung. Als Einzelnutzer empfindet man die Anmeldung unter Umständen als lästig und möchte das abstellen. Dazu trägt man (wenn nicht schon bei der Installation geschehen) unter ► Systemverwaltung ► Anmeldefenster ► Benutzer ► Automatische Anmeldung den Namen des Benutzerkontos ein, das automatisch ohne Passwortabfrage angemeldet werden soll.

Desktop mit dconf konfigurieren

Viele Einstellungen des Cinnamon-Desktops lassen sich über die grafischen Oberflächen der Systemeinstellungen vornehmen. Wer hier tiefer ›unter die Motorhaube‹ kriechen möchte, kann das über das Terminal mit gsettings oder über das Werkzeug dconf, für das es auch ein grafisches Frontend gibt, das erst installiert werden muss:

sudo apt-get install dconf-editor

Installation per apturl symbol: question

Dieses Frontend ist dann unter ► Systemverwaltung ► dconf-Editor zu finden.

Möchte man nun beispielsweise die Wartezeit, bevor der Bildschirmschoner aktiviert wird, auf einen benutzerdefinierten Wert setzten, der über die grafische Oberfläche für die Einstellungen des Bildschirmschoners nicht verfügbar ist, ändert man den entsprechenen Wert über das Terminal:

gsettings set org.cinnamon.desktop.session idle-delay 120 (120 Sekunden)

oder im dconf-Editor über den Pfad orgcinnamondesktopsession.

Mit der Option get können Werte auch abgefragt werden. Beispiel:

gsettings get org.cinnamon.desktop.session idle-delay

Größe des Mauszeigers ändern

Möchte man die Größe des Mauszeigers ändern, so kann man das über die entsprechende Einstellung mittels dconf oder mit diesem Befehl:

gsettings set org.cinnamon.desktop.interface cursor-size 32

32 ist hier die neue Größe des Mauszeigers, wobei zu beachten ist, dass einige Anwendungen eine bestimmte Größe des Mauszeigers erzwingen und diese Einstellung damit wieder überschreiben.

Desktop-Icons frei positionieren

Die Position der Desktop-Icons wird per Voreinstellung an einem unsichtbaren Gitter ausgerichtet. Möchte man die Position frei wählen können, kann man zunächst mit folgendem Befehl die herkömmliche Desktop-Darstellung einstellen:

gsettings set org.nemo.desktop use-desktop-grid false

Jetzt existiert im Kontext-Menü des Desktops die Option Anordnung feststellen, über die man die Fixierung der Icons (de-)aktivieren kann.

Abgestürzte Programme beenden

Falls einmal ein Programm derart abstürzen sollte, dass es nicht mehr über die grafische Oberfläche beendet werden kann, ist es möglich, den dazugehörigen Prozess über ► Systemwerkzeuge ► Systemüberwachung ► Prozesse zu beenden, indem man dort mit rechts auf den entsprechenden Prozess klickt und ›Prozess beenden‹ wählt. Sollte dies nicht funktionieren, kann man auch ›Prozess abwürgen‹ probieren.

Ein alternativer Weg zur Systemüberwachung ist Alt+F2 und dann unter Cinnamon gnome-system-monitor bzw. unter Mate mate-system-monitor eingeben.

Neu anmelden bei Systemabsturz

Sollte der seltene Fall eintreten, dass das System dermaßen abgestürzt ist, dass eine Bedienung mit der Maus nicht mehr möglich ist, so kann man ein brachiales Abschalten des Rechners durch Ziehen des Netzsteckers (und damit Schäden am Dateisystem) vermeiden, indem man sich verschiedener Methoden bedient, die möglicherweise zum Erfolg führen:

  • Mit der Tastenkombination Strg+Alt+⬅   einfach neu anmelden.
  • Das System neustarten, indem man bei gedrückter Tastenkombination Alt+Druck oder AltGr+Druck nacheinander die Tasten R, E, I, S, U, B drückt (s. auch Klammergriff).
  • Mit Alt+F2 den run dialog (Kommandozeile) öffnen und dort folgende Befehle verwenden:
    shutdown -HPr now
    shutdown -HP now (ohne Neustart)
  • Mit Strg+Alt+F2 in den Terminalmodus umschalten (oder Strg+Alt+F1 um sich dort gleich neu anzumelden) und dort mit den oben genannten Befehlen das System herunterfahren. Mit Strg+Alt+F7 gelangt man bei Bedarf wieder zur grafischen Oberfläche zurück.

Dateisystem reparieren

Falls das Dateisystem von Linux Mint beschädigt wurde und sich das Betriebssystem daher nicht mehr starten lässt, kann man versuchen, es mit fsck zu reparieren.

Wenn der Bootloader GRUB beim Hochfahren angezeigt wird, kann man dort den recovery mode (Wiederherstellungs-Modus) für Linux Mint auswählen. Wird GRUB nicht angezeigt, kann man den Bootloader anzeigen lassen, indem man beim Hochfahren die ⇧ -Taste gedrückt hält. Dort wählt man zunächst die ›Erweiterten Optionen‹ und dann den recovery mode.

Entweder wird die Dateisystemüberprüfung fsck im recovery mode automatisch durchgeführt oder diese Funktioen kann in einem Menü ausgewählt werden. Wird dabei ein Fehler gefunden, muss fsck noch einmal manuell für die betroffene Partition durchgeführt werden. Beispielsweise für die Partition /dev/sda1 dann mit folgendem Befehl:

fsck /dev/sda1

Gefundene Fehler und ggf. Reparaturmaßnahmen werden dabei angezeigt und müssen individuell bestätigt werden. Möchte man sich die individuelle Bestätigung sparen, also alle Bestätigungen automatisch durchführen lassen, kann man den Befehl mit der Option -y ausführen:

fsck -y /dev/sda1

Im Erfolgsfall lässt sich das Betriebssystem danach wieder normal starten, indem man die Tastenkombination Strg+Alt+Entf drückt oder im Menü die Option resume auswählt.

›Bereitschaft‹ oder ›Ruhezustand‹?

Beim Beenden einer Sitzung hat man die Optionen ›Bereitschaft‹, ›Ruhezustand‹ und ›Rechner ausschalten‹. Was das bedeutet, soll hier kurz erklärt werden. Die technische Umsetzung erfolgt üblicherweise über die ACPI-Schnittstelle.

Bereitschaft (S3)
STR - ›Suspend to RAM‹, ›Sleep Mode‹, ›Stand By‹, ›Suspend‹. Beim Ausschalten wird der Zustand des Rechners in den Arbeitsspeicher geschrieben, aus dem dieser beim späteren Anschalten wieder hergestellt werden kann. Daten müssen nicht gespeichert und Anwendungen nicht geschlossen werden. Beim Anschalten wird der ursprüngliche Zustand sofort wieder hergestellt, und in den zuvor geöffneten Anwendungen kann unmittelbar weiter gearbeitet werden. Dieses Verfahren besitzt die kürzeste Reaktionszeit, bewirkt aber auch die geringste Energieersparnis, da der Arbeitsspeicher weiterhin Strom benötigt. Außerdem können im Falle einer zwischenzeitlichen Unterbrechung der Stromzufuhr Daten verloren gehen.

Ruhezustand (S4)
STD - ›Suspend to Disk‹, ›Hibernation‹. Wie STR, allerdings werden die Daten hier beim Ausschalten auf die Festplatte geschrieben, so dass das System komplett vom Strom getrennt werden kann, ohne dass Daten verloren gehen. Dieses Verfahren dauert länger als STR, bewirkt aber eine höhere Energieersparnis.

Rechner ausschalten (S5)
Hier wird der Rechner komplett heruntergefahren und vom Strom getrennt. Vor dem Ausschalten müssen Daten gespeichert und Anwendungen geschlossen werden.